Sonntag, 3. Juni 2007

Der Stille Ozean

Beide meine Mitbewohner hatten letztens Geburtstag. Das musste natürlich gefeiert werden, und da mittlerweile der Sommer Einzug gehalten hatte, sind wir hinaus an den Strand gefahren.








Es ist traumhaft dort am Wasser. Zur Rechten sieht man die Skyline von Downtown Vancouver. Vor einem, auf der anderen Seite der Bucht, erheben sich die schneebedeckten Rockymountains und davor passieren die großen Frachtschiffe aus aller Welt und Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg nach Alaska. Wenn man seinen Blick nach links wendet, gibt es nichts als Wasser, so weit das Auge reicht und noch weiter bis nach Japan oder Hawaii. Man selbst sitzt mitten drin.





Das Lagerfeuer aus angeschwemmten Baumstämmen prasselt gemütlich, echte „Bratwursts“ bruzeln darin und warten darauf verspeist zu werden. Man trinkt genüsslich ein Radeberger Pilsner oder einen viel zu teuren aber leckeren Rotwein aus Beautiful British Columbia und mit etwas Glück kann man ein paar Robben vorbeischwimmen sehen. Man unterhält sich ausgelassen, während die Sonne langsam im feuerroten Pazifik versingt.

Rotkohl und Semmelknödel

Meine Mitbewohner haben mir einen deutsch-polnischen Delikatessenladen mit eigener Fleischerei gezeigt. Herrlich! Ich mag ja Chinese Food, Sushi, vietnamesiche Vermicelli und indisches Curry, aber ab und zu mal Rotkohl und Semmelknödel oder echtes deutsches Schwarzbrot ist eine wunderbare Abwechslung. Ich bin die Strecke noch nicht selbst gefahren, aber ich denke mit dem Fahrad dürfte das eine nicht allzuweite Tour sein. Ich habe dort sogar echtes Haribo entdeckt.

Es wird weiter gebloggt.

Hallo, liebe Leser.

Lange habe ich nichts mehr regelmäßig von mir hören lassen. Das war nicht umbedingt ein schlechtes Zeichen. Ich lebe noch unr mir geht es gut. Ich habe nur eine sehr stressige Zeit hinter mir. Zumindest denke ich, dass es sich jetzt wieder etwas normalisieren wird. Ich hoffe, ihr werdet auch weiterhin meinen Blog lesen. Deswegen fange ich jetzt wieder an jedes Wochenende mindestens einen Artikel zu schreiben.

Viel Spaß

Robin

Sonntag, 20. Mai 2007

I want to ride my bicycle

Nachdem der Sommer nun auch in Vancouver Einzug gehalten hat und ich mittlerweile Rückenschmerzen vom täglichen Sitzen am Computer habe, habe ich mich entschlossen mir ein Fahrrad zu kaufen.
Es sollte stabil sein und von guter Qualität und dazu billig. Nach zwei Tagen in über acht Sportgeschäften, habe ich dann ein passendes gefunde. Und es ist sogar eine Miele. Hat jedoch nichts mit den Waschmaschinen zu tun, sondern ist ein kanadischer Fahrradkonstrukteur.
Eigenartiger weise gibt es hier keine Fahrräder mit Schutzblech. Ich weiß nicht, wie das in Deutschland ist, aber hier sind die ausgestorben. Was gerade bei dem Wetter in Vancouver für mich unverständlich ist. Aber dafür haben die mir im Laden die Dinger zum Materialpreis angebaut.
Das einzige Problem ist jetzt noch, dass die hiesigen Autofahrer Radfahrer nicht gewöhnt sind und zudem extrem schlecht autofahren können. Ich bin mal gespannt, wann ich meinen ersten Unfall habe.

Dienstag, 1. Mai 2007

7. Tag Tour Guide Training

Viel zu früh ging es heute wieder los. Wir haben gleich am Morgen einen kleinen Umweg gemacht, um nicht über die große und gerade Landstraße fahren zu müssen sondern entlang einer sehr gemütlichen Strecke mit wundervoller Aussicht.

Wie jeden Tag standen wieder zwei Prä- sen- tationen von jedem auf dem Plan. Mal 16 Leute sind das 32 Vor- träge pro Tag, plus diverse Präsentationen und Tipps unserer Reiseleiterin und plus einiger ad-hoc Kommentare von uns Teilnehmern macht Summa Summarum weit mehr als ich mir alles merken kann.

Ich hätte mir natürlich auch was aufschreiben können. Aber dann hätte ich die ganze Zeit nur auf mein Blatt gestarrt anstatt hinaus in die wunderschöne Landschaft zu schauen. Fotos wären dann auch nicht gut möglich gewesen, und so habe ich mich dafür entschieden, lieber das eine oder andere nachzulesen und dafür mit offenen Augen nach draußen zu blicken.

So habe ich zum Beispiel viele Spuren von Lawinen gesehen, keine im Fall aber doch alle frisch genug, dass man gut einen Eindruck gewinnen konnte, welche Kraft dahinter stecken musste. Aber es gab auch anderen Schnee, etwa den, der sich vom Boden bis zum Dach (oder umgekehrt?) eines Hotels türmt. Hätte man nicht die Eingangstür freigeräumt, hätte ich es schwer gehabt dieses Foto von drinnen zu schießen.

Die Alternative wäre vielleicht gewesen sich ein Iglu zu bauen. Dieser Haufen ist nicht wirklich

ein Ilgu, sondern einfach nur ein Haufen Schnee, in den man in mühevoller Arbeit ein Loch hineingegraben hat. Wohnen könnte man trotzdem darin, wie man sieht, zumindest vom Platz, vielleicht weniger vom Komfort.

Den ganzen Schnee haben wir dann aber hinter uns gelassen. Die Berge rückten auseinander und der Schnee wich dem Gras und ehe wir uns versahen waren wir Okanagan Valley. Der Heimat von Obstplantagen und Weinbergen. Plötzlich war es T-Shirt-und-kurze-Hose-Wetter. Abends im Hotel hat es dann auch zur Begrüßung ein Glas Wein gegeben. Ah, das tat gut.

Sonntag, 29. April 2007

Fruehling


Es ist Fruehling. Ich habe heute schon in kurzer Hose und barfuss auf unserem vorderen Balkon in der Sonne gesessen, mit dem Computer auf dem Schoss und dem Headset auf dem Kopf telefoniert, waehrend die Krischblueten um mich herumgefloegen sind und die Sonne vor dem blauen Himmel auf mich niederschien. Es ist Fruehling.

Dienstag, 24. April 2007

6. Tag Tour Guide Training

Den sechsten Tag unserer Tour haben wir ganz in den Rocky Mountains verbracht. Angefangen hat der Tag wie üblich morgens kurz vor 6:00 Uhr mit dem Aufstehen. Um 7:00 Uhr dann frühstück, allerdings diesmal im Hotel, was in Kanada eher die Ausnahme ist. Die meisten Hotels sind nicht einmal darauf eingerichten. Es ist hierzulande mit Sicherheit nicht die wichtigste Mahlzeit am Tage. Ausgesehen hat das Frühstück dafür ganz normal, so wie die in Kanada eben aussehen: Rührei oder Spiegelei, mit Bratkartoffeln, gebratenem Schicken, Würstchen, Ketchup und für die meisten Kaffee. Nach diesem Gaumenschmaus ging es dann auch wie jeden Tag um 8:00 Uhr mit unserem Bus weiter.

Der Schnee war schön aber kalt und hoch. Wir hatten es ca. -15° C, was im Vergleich zu den früh- lingshaften +15° C aus Vancouver doch ein deutlicher Unterschied war. Ich wollte unter solchen Konditionen nicht unbedingt einen Reisebuch fahren müssen.

Unsere Reise führte uns unter anderem zum Lake Louise, der von vielen Leuten, die ich kenne, als der schönste Ort der Welt bezeichnet wird. Ich fand es auch schön, doch vielleicht trübte die dicke Schneedecke und die Wolken etwas den Genuss. Dann ging es schließlich noch mit der Seilbahn auf einen Berg mit schönem Ausblick über Banff.

Wer noch nicht mit einem solchen Gerät gefahren ist, sollte besser Schwindelfrei sein. Die Scheiben waren extra groß, um die Gegend zu bewundern und man hing nur an einem dünnen Drahtseil, mit fast nichts unter seinen Füßen. Zum Glück war es eidgenössische Qualitätsarbeit, was mich etwas beruhigte.

In Banff gibt es ein kleines hervorragendes Museum, dass sich auf das Leben der Indianer und Europäer zur Zeit der europäischen Besiedlung Kanadas spezialisiert hat. Im Vergleich zu den USA lief der Kontakt sehr viel friedlicher. Was nicht unbedingt heißt, dass diese Siedler bessere Menschen waren, wenn man sich anschaut, wie sie die chinesiche Bevölkerung unterdrückt haben. Aber zumindest die Beziehung zu den Indianern weitgehend über Handel und nicht Krieg.

Tiere haben wir einige gesehen. Leider keine Bären, die waren wohl noch etwas winterträge. Aber immerhin gab es edliche Wapiti-Hirsche, die hier leider Elks heißen. Das geht wohl auf einen Irrtum der ersten Eropäer zurück. Dafür heißen Elche hier Moose. Und Rothirsche sind Deer. Und Karibus gibt es auch noch. Und das soll man sich dann noch alles merken und unterscheiden können.