Samstag, 15. November 2008

Outsourcing

Wenn man aufhoert selbst zu schreiben ist es hoechste Zeit jemanden zu finden, der diese Aufgabe fuer einen erledigt. :-)

Anja ist gerade zu Besuch, und so habe ich Gelegenheit einfach und bequem auf ihren Blog zu verweisen.

Donnerstag, 25. September 2008

Ich bin eine Kokosnuss

In Nordamerika geht man anders mit Menschenrassen um, als in Deutschland. Das hat sicher schon jeder in Hollywood-Filmen bemerkt, die sich ja stets bemühen 100% realistisch zu sein. Etwas anderes ist es jedoch, wenn man statt Filme zu sehen selbst in einer Stadt lebt, wo das Verständnis von Rassen und der alltägliche Umgang damit sehr unterschiedlich zu dem ist, was man gewohnt ist.

In Kanada ist es völlig selbstverständlich fremde Menschen anhand ihrer Rasse zu beschreiben.

Weisse, sind Menschen europäischer Abstammung. Sie werden auch oft Kaukasier genannt, was der offizielln US-amerkianischen Terminologie entspricht. Was ein bisschen eigenartig ist, wenn man bedenkt, dass der Kaukasus normalerweise nicht zu Europa gezählt wird, sondern Asien.

Menschen aus Lateinamerika werden meist Hispanier genannt, wie in den USA. Seltener sagt man auch Mexikaner.

Schwarze heissen einfach Schwarze oder auch oft Afrikaner.

Indianer werden wahlweise Indianer, Ureinwohner (engl.: Native) oder Erste Nationen genannt, was der offizielle kanadische Ausdruck ist.

Mit Asiaten sind nur Ostasiaten gemeint, namentlich Japaner, Chinesen, Koreaner, aber auch Vietnamesen und manchmal Philipinos.

Südasiaten, z.B. aus Indien und Pakistan, sind aber keine Asiaten, sondern werden hingegen Inder genannt, oder um Verwecheslungen mit Indianern zu vermeiden (da beide Gruppen im Englischen das gleiche Wort beschreibt) auch oft Ost-Inder. Da Inder aber nicht unbedingt aus Indien kommen müssen, sondern recht viele auch aus Fiji, Südafrika, Kenia oder Trinidad stammen, werden alle diese Menschen salopp auch als Braune bezeichnet.

Ich widerum sehe aus wie Brauner. Aber von meiner Kultur und vor allem von meinem deutlichen Akzent her, bin ich ein Weisser. Da ich nun also von außen braun und von innen weiß bin, macht mich das in Vancouver zu einer Kokosnuss.

Freitag, 29. August 2008

Wie viel kostet Benzin?

Man könnte denken, dies sei eine einfache Frage auf die es einfache Antworten gäbe. Mal soviel, mal soviel und hier mehr als dort. Aber so einfach ist das nicht. Ich habe mehrere Monate gebraucht, um heraus zu finden, dass der Preis an der Zapfsäule ein anderer ist, als am Preisschild.

Dies ist kein Einzefall. Nachdem ich einen ersten Verdacht hatte, habe ich an verschiedenen Tagen verschiedene Tankstellen ausprobiert. Bei allen war es das Gleiche. Der Preis von dem Schild an der Straße ließ sich nie an der Zapfsäule wiederfinden.

Dabei werben die Tankstellen nicht mal mit einem zu niedrigen Preis, es ist einfach so, dass man für den beworbenen Preis nicht tanken kann – es geht nur billiger oder teurer. Versteht das jemand?

Null, Nichtig, Nichts, Liebe und Meter

Englisch ist eine schwierige Sprache. Nicht so sehr, weil die Zeiten oder die Fälle oder die Worte so schwer wären. Nein, es sind vielmehr die zahllosen Ausnahmen, die die Sprache für einen nicht-Muttersprachler so schwer gestalten. Einige Ausnahmen scheinen dabei ihrerseits wieder Regeln zu folgen. Es gibt zum Beispiel die Regel, dass „the“ mit einem stimmlosen „e“ ausgesprchen wird, außer das folgende Wort beginnt mit einem Vokal. Dann wird das „e“ wie „i“ ausgesprochen. Dann gibt es aber die Ausnahmen-Regel, dass wenn der Vokal nicht so ausgesprochen wird, wie normal, die Ausnahme nicht gilt und stattdessen die Regel-Ausprache mit dem stimmlosen „e“ benutzt wird. Nicht ganz einfach, aber alles nach Regeln.

Für andere Fälle habe ich dagegen keinerlei Regel gefunden. So habe ich zum Beispiel monatelang den Namen meiner Firma falsch ausgesprochen. Obwohl der Meter zwar etwa „miiter“ ausgesprochen wird, wird Perimeter völlig anders bedont und ausgesprochen – nämlich das „i“ und die letzten beiden „e“ stimmlos. Wieso das so ist, habe ich nicht herausgefunden. Mich korrigiert hat auch niemand. Erst als ich Resident Evil geschaut habe, und die Perimeter aufgestellt haben, ist mir mein Fehler aufgefallen.

Dann widerum gibt es viele unterschiedliche Wörter, die exakt das Selbe bedeuten. Und es gibt viele Wörter, die mehrere völlig unterschiedliche Bedeutungen haben. Je nach Bedeutung kann das selbe Wort dann auch noch zwei unterschiedliche Aussprachen haben, so wird „wind“ im Sinne von Luft zwar „uint“ ausgesprchen, aber im Sinne von sich winden „uaint“.

Die simple Zahl Null, kann entweder je nach Zusammenhang durch eines der folgenden Worte übersetzt werden: zero, O (der Buchstabe), nill, naught, nothing oder love. Letzteres kurioser Weise nur im Tennis. Die anderen Worte werden gewählt, je nachdem ob es um Eishockey, Fußball, Telefonnummern, Kreditkartennummern, Geld und Uhrzeiten geht.

Ich habe bisher immer gedacht, ich verstehe den Sinn des ganzen nicht. Dann aber habe ich ein sehr interessantes Buch von Bill Bryson über die englische Sprache gelesen – und seither weiß ich, ich bin es nicht, der den Sinn nicht versteht – Englisch macht keinen Sinn.

Donnerstag, 14. August 2008

Omen

Glaubst du an Omen? Vorsehung? Göttliche Fügung? Schicksal? Wie würdest du es nennen, wenn ich ausgerechnet an dem Tag, an dem ich Unterlagen und Übungsbücher für den Busführerschein besorgen möchte, meinen aller ersten Unfall habe?

Gestern morgen um 7:30, ich bin gerade in mein Auto gestiegen und 50m weit gekommen, da muss ich an einem Stoppschild halten. Die Sicht ist eingeschränkt, rechts durch parkende PKW, links durch einen parkenden LKW. Soweit ich aber links an dem LKW vorbeischauen kann, ist die Straße frei. Ich fahre bis zur sowas wie einer Sichtlinie weiter, stoppe, schaue erneut – nichts zu sehen. Ich beginne nach links abzubiegen, da kommt von links ein Auto auf mich zu, versucht auszuweichen, schafft es aber nicht und prallt mit der vorderen Ecke gegen meine Stoßstange. Personenschaden gab es keinen, aber ich werde demnächst die Rechnung bekommen und kann mich dann entscheiden, ob ich die bezahlen möchte, oder ob ich das meine Versicherung machen lasse. Wenn die Versicherung es übernehmen soll, geht aber meine Prämie hoch, und ich muss damit doch zahlen. Kosten würde es mich an Zusatz-Prämie, $1000 im ersten Jahr und dann $2500 über die naechsten vier Jahre.

Ich weiß noch nicht, wie ich mich entscheiden werde. Aber mein Bus-Projekt werde ich auf jeden Fall einer erneuten Gewissensprüfung unterziehen.

Und ich werde nie wieder über die mangelnden Fahrkünste der Kanadier meckern.

Montag, 11. August 2008

Der Erdrutsch

Der Erdrutsch, auf den Alex anspielt, ererignete sich letzte Woche auf dem Highway nach Whistler. Es war ein ziemlich großes Ding. Einige der Felsbrocken waren 20 Meter groß. Die Straße nach Whistler ist wunderschön gelegen und schmiegt sich eng an den Berg auf der Rechten und an eine Bucht im Pazifik auf der Linken. Für die Olympischen Winterspiele nun erweitert man die Straße von zwei auf vier Spuren, nach links über die Klippen und nach rechts in den Berg hinein. Das ist natürlich ein schwieriges Unterfangen. Eventuell bedingt durch die Bauarbeiten, wahrscheinlich auch unterstützt von heftigen Regenfällen und einem Erdbeben in Kalifornien, hat sich das letzte Woche ein Felsen gelößt. Der ist dann in von vielen großen und kleinen Brocken auf die Straße geknallt.

Einer unserer Busse war das letzte Fahrzeug auf der Straße. Der Busfahrer hat einen lauten Knall gehört, wie von einer Explosion. Glücklicherweise hat er nicht angehalten um nachzuschauen, sondern hat Gas gegeben, was er konnte. Die Steine haben alle Fenster auf der einen Seite zerschlagen nur nicht, das eine wo wir einen Passagier hatten. So gab es zwar reichlich Blech- und Glasschaden aber es wurde glücklicherweise niemand verletzt.

Die Polizei hat danach geschätzt, dass es vermutlich 5 Tage dauern würde, die Straße wieder frei zu bekommen. Die Felsen waren zu groß, als das man sie hätte mit Maschinen wegräumen können. Daher musste man sie erst klein sprengen. Bevor man jedoch sprengen konnte, musste man natürlich sicherstellen, dass dabei nicht noch der halbe Berg herunterkommt.

Unser Unternehmen hat daraufhin eine Ausweichroute angeboten. Die kostete jedoch statt ca. 3 Stunden etwa 9-10 Stunden auf der sehr idyllischen Landstraße, die erst vor kurzem asphaltiert wurde. Am dritten Tag hatten wir dann in Kooperation mit einem anderen Unternehmen auch Helikopterflüge angeboten. Es waren alles in allem sehr aufregende und spannende Tage.

Bilder habe ich leider keine eigenen. Aber hier könnt ein sehr gutes aus der Luft sehen.

Freitag, 8. August 2008

Mein Arbeitszimmer

Dies ist mein Arbeitszimmer, es heisst „Haltebucht 9“. Es ist sehr flexibel und lässt sich jederzeit meinen Bedürfnissen anpassen. An Tagen wo z.B. die Kreuzfahrt-Busse die hinteren Haltebuchten einnehmen, kann ich problemlos mein Arbeitszimmer nach „Haltebucht 8 oder 7“ verlegen. Mein Arbeitszimmer hat zudem modernste Ausstattung, wie zwei Cola-Automaten, die man sowohl mit Münzen als auch mit Kreditkarte bezahlen kann. Wenn ich sitze kann ich Bäume hinter den Autos und der Baustelle erkennen, gleichzeitig bin ich aber durch ein attraktives Betondach gegen Regen und Sonne geschützt. Es gehört in die Kategorie „Super-Großraumbüro“, was mir die Gelegenheit gibt jeden Tag mit neuen Menschen in Kontakt zu kommen. Der größte Pluspunkt ist aber sicherlich die phänomenale Verkehrsanbindung, die Zugang per Bus und Taxi zu allen bedeutenden Städten in British Columbia und einigen in Washington bietet und darüber hinaus über Flugzeuge über 50 Städte in aller Welt ganz nah heran holt.

Meine Aufgabe ist es für gewöhnlich an „Haltebucht 9“ auf Passagiere zu warten, ihnen die vorbereiteten Tickets auszuhändigen oder neue zu verkaufen, wenn sie noch keine Reservierung haben, die Busse nach Fahrplan abzurufen und mein Bestes zu tun, dass alle Passagiere in den Bussen sind und die Busse planmäßig abfahren.

Unsere Busse fahren nach Fahrplan nach Whistler, einem Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2010. Zudem haben wir auch viele Charterbusse, die in die Stadt fahren, durch die Rockies oder nach Vancouver Island. Nachdem ich aber erfahren habe, dass unsere Busfahrer doppelt so viel verdienen wie ich, spiele ich gerade mit dem Gedanken meinen Busführerschein zu machen. Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob ich mir zutraue mit diesen riesen Reisebussen durch die Stadt und entlang enger Baustellen zu fahren. Das wäre ein großer Haufen Verantwortung, von ca. $750.000 - $1Mio und etwa 56 Menschenleben. Soll ich das wirklich wagen?