Dienstag, 22. Juli 2008

Ein Tourist für Touristen

Jedes Jahr gibt es in Vancouver ein interessantes Programm. Für Angestellte und Ehrenamtliche in der Tourismusindustrie gibt es vier Wochen lang die Möglichkeit mit einem weiteren Gast alle großen Sehenswürdigkeiten in Vancouver und einige namhafte Attraktionen in der Region kostenlos zu besuchen. Ich hatte die Freude auf zahlreichen meiner Trips von Cheryl, einer Freundin von Barbara und Markus, begleitet zu werden. Der Grund ist, dass Leute im Tourismus natürlich auch Multiplikatoren sind und über Freunde und Bekannte aber vor allem auch über Empfehlungen an ihre Kunden für mehr Besucher anderswo sorgt. Und was würde man eher empfehlen als etwas was man bereits selbst besucht und genossen hat. Ich finde es jedenfalls für alle Beteiligten eine herrliche Idee. Zusätzlich gibt es als Bonus, wenn man 15 oder mehr Sehenswürdigkeiten besucht hat, eine kostenlose Jahreskarte – gültig bis zur Wiederholung des Programms im nächsten Jahr.

Die beiden Fotos mit dem eigenartigen Menschen stammen aus dem ersten Fort der Hudson’s Bay Company auf dem Festland. Ein sehr interessanter Ort, in dem sich vieles der Geschichte der ersten Weißen an der Westküste und ihrem Kontakt mit den Indianern wiederfindet. Die männlichen Bewohner des Forts waren europäische und hawaiianische Soldaten und Zivilisten, die weiblichen Bewohner waren Indianerinnen der lokalen Salish. Die Eintracht und Zusammenarbeit wurde erst gestört, als man nach einigen Jahrzehnten Gold in BC fand.

Das andere Foto stammt von einem lokalen Berg auf dem ein sehr interessantes Projekt läuft. Obachlose Bärbabies werden in einem großen Freigehege aufgezogen. Leider gewöhnen sie sich dort zu sehr an die Menschen, so dass diese nie wieder in die Freiheit entlassen werden können. Das Ziel ist aber die nächste Generation wieder auszuwildern.

Wer mich also besuchen kommen möchte sollte sich schon mal auf ein paar obligatorische Führungen von mir gefasst machen.

Montag, 5. Mai 2008

Wie wichtig bin ich für Kanada?

Ja (siehe Kommentar), meine Chancen für eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis steigen, gleichwohl ist es nicht sicher. Mein Arbeitgeber hat bereits für mich eine sogenannte Labourmarket Opinion (Arbeitsmarktbeurteilung) beantragt. Wenn ein Arbeitgeber denkt, sein Arbeitnehmer ist von besonderer Wichtigkeit, nicht nur für das Unternehmen, sondern für den Arbeitsmarkt und Kanada im Allgemeinen, kann er bei der Regierung beantragen, dass eben dies schriftlich bestätigt wird. Mit einer solchen Bestätigung bekommt man dann praktisch 100%ig sicher ein Arbeitsvisum für diesen Arbeitgeber, und es steigen auch die Chancen (und sinken die Bearbeitungszeiten) für eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung.

Wenngleich eine solche Arbeitsmarktbeurteilung durchaus nicht unmenschlich schwer zu erlangen ist, so legen die Behörden dennoch großen Wert darauf, dass bestimmte Parameter erfüllt sind. So sollte es in einer Branche sein, die einen Arbeitskräftemangel hat (fast praktisch alle Branchen in Kanada umfasst), der Kandidat sollte für den Job geeignet sein und die Bezahlung sollte in etwa kanadischem und Branchendurchschnittslohn entsprechen. Natürlich muss auch das Unternehmen selbst bestimmte Anforderungen erfüllen, wie mindestens zwei Jahre im Betrieb sein, Profit erwirtschaften können und dergleichen. Es ist also durchaus nicht bloß eine Formalität und die Chancen, dass es etwas zu beanstanden gibt sind durchaus gegeben. Wie dem auch sei, in den nächsten sechs bis acht Wochen müsste ich da bescheid wissen. Wenn ich die Genehmigung habe, steht einem dauerhaftem Aufenthalt eigentlich nichts mehr im Wege. Wenn nicht, ist das nicht das letzte Wort, wird aber alle verkomplizieren und verlangsamen. Also drückt mir die Daumen.

Samstag, 5. April 2008

Arbeit, Arbeit, Arbeit und wie man zu ihr kommt

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum ich in letzter Zeit nicht habe viel von mir hören lassen. Zuallererst kann ich wohl sagen, dass mein Job im letzen Jahr optimal für online Kommunikation war. Ich war den ganzen Tag zu Hause, habe am Computer gearbeitet und praktisch nichts anderes gesehen außer meinem Bildschirm. In meiner Freizeit war ich dann natürlich auch zu Hause und habe weiter am Computer gesesessen. So war der Computer meistens 16 Stunden am Tag an. Nicht wirklich interessant für die meiste Zeit, aber eine sehr gute Gelegenheit mit euch in Deutschland und dem Rest der Welt in Kontakt zu bleiben.

Mit meiner Rückkehr nach Kanada dieses Jahr hat sich das geändert. Ich arbeite jetzt für ein Busunternehmen am Flughafen. Wir haben Reisebusse und bringen Leute nach Whistler einem kleinem Ort in den Bergen, überwiegend zum Skifahren. Im Winter ist daher weit mehr los als im Sommer, weswegen unsere Schichten regulär neun Stunden lang sind. Da aber manchmal Flüge verspätet sind, Kollegen krank sind oder einfach viel zu tun ist, kam es bestimmt einmal die Woche vor, dass aus den neun Stunden zehn oder mehr wurden.

Aber damit war der Tag für mich noch nicht zu Ende. Die meisten Flughäfen haben es ja an sich, dass sie nicht mitten in der Stadt sind, sondern eher außerhalb, so auch in Vancouver. Es wird derzeit emsig eine Hochbahnlinie aus der Innenstadt zum Flughafen gebaut. Aber die soll erst kurz vor den Olympischen Winterspielen 2010 in Betrieb genommen werden. Derzeit ist daher die einzige Möglichkeit zur Arbeit zu kommen drei Busse zu nehmen. Mit Warten auf den Bus und allem drum und dran dauerte so die Fahrt zur Arbeit etwa 1,5 Stunden. Das heißt an einem regulären Tag war ich 12 Stunden unterwegs. Wenn ich dann nach Hause kam, war ich meistens müde und kaputt, habe gegessen, ein wenig fern geschaut und bin dann schlafen gegangen.

Um das ein wenig zu ändern habe ich mir gedacht muss ein Paradoxon her. Wenn ich noch mehr arbeiten würde, könnte ich mir ein Auto leisten, was mir dann wiederum mehr Freizeit bringen würde. So habe ich dann seit Januar sieben Tage die Woche gearbeitet. Nicht alle voll, aber doch alle so, dass ich mitunter Schwierigkeiten hatte, meine Einkäufe zu tätigen oder meine Wäsche waschen zu gehen. Wenn ich dann fertig mit der täglichen Arbeit war, war ich wirklich fertig und hatte keine Muße mehr noch irgendwas am Computer zu machen. So verbrachte mein Blog, Facebook-Anfragen stapelten sich und Emails blieben unbeantwortet.

Nun habe ich es aber geschafft mir tatsächlich ein Auto zu kaufen. Eigentlich hatte ich nur nach japanischen oder deutschen Autos geschaut. Aber dann sah ich ein amerikanisches, dass sich sehr günstig angehört hat. Da dachte ich mir, für den Preis ist es einen Versuch wert. Es sieht ziemlich genau so aus, wie auf dem Bild, außer dass aus unbekanntem Grund die Farbe abblättert, was etwas komisch aussieht.

Zwei Tage nachdem ich den Wagen dann gekauft hatte fingen die Probleme an. Im Endeffekt habe ich fast soviel Geld in den letzten drei Wochen in Reparaturen gesteckt, wie der Wagen ursprünglich gekostet hat. Woraus ich zwei Sachen gelernt habe: 1. Wenn ein Angebot zu günstig aussieht um wahr zu sein, könnte das tatsächlich der Fall sein, und 2. kaufe nie wieder ein amerikanisches Auto.

Trotz allem läuft der Wagen jetzt, und ich spare nicht nur fast eine Stunde pro Arbeitswegs, ich kann auch meine Einkäufe auf dem Nachhauseweg erledigen. In zwei Wochen fängt dann bei uns der Sommerfahrplan an, mit dem ich dann erstmalig eine fünf-Tagewoche haben werde. Solange mein Auto durchhält könnt ihr also in Zukunft etwas mehr von mir erwarten als in der jüngeren Vergangenheit. Bis bald.

(picture public domain)

Donnerstag, 20. März 2008

Wie man eine Flange stangelt

Lange ist’s her, dass ich hier geschrieben haben. Das soll sich nun ändern. Die Gründe werde ich später erklären. Zuerst aber das Wichtigste:

Ich habe mein Visum für dieses Jahr!

Nachdem ich am letzten Tag in Kanada meine Arbeitszusage von meinem neuen Arbeitgeber bekommen habe, nach Deutschland gereist bin, um mein Arbeitsvisum zu beantragen, nach drei Tagen wieder zurückflog aber noch nicht arbeiten durfte, weil mein Visum noch nicht da war, habe ich es dann schließlich einen Tag vor Heiligabend bekommen. Um das Visum gültig werden zu lassen, musste ich aber ins Land einreisen. Da ich nun aber schon da war, musste ich also erst raus, um dann wieder reinzukommen. Kim, meine Mitbewohnerin, hat mich also zur Grenze gefahren. Bei der Ausreise aus Kanada gibt es jedoch keine Grenzkontrolle, nur bei der Einreise in die USA/Kanada. Ich habe mich also bei den US-Grenzbeamten gemeldet und umständlich versucht zu erklären, wieso ich Ein- und sofort wieder ausreisen wolle. Nach mehreren umständlichen Sätzen hat der Beamte dann freundlich genickt und mich mit dem Wort „Flagpoling“ unterbrochen. Flagpoling ist das Verb für Flaggenstange. Ich denke, es gibt kein deutsches Wort dafür (bitte korrigiert mich, wenn ich damit falsch liege), aber an der US-kanadischen Grenze scheint das so normal zu sein, dass es dafür sogar einen eigenen Begriff gibt. Ich habe mir also ein Papier geben lassen, wir sind an der Flaggenstange wieder umgekehrt, auf der kanadischen Seite eingereist, ich habe mir mein Visum geben lassen und mich gefreut wie ein Honigkuchenpferd, dass ich ein weiteres Jahr in Kanada verbringen darf.

Montag, 24. Dezember 2007

Frohe Weihnachten!

Frohe Weihnachten!

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Robin was here

Wie einige von euch wahrscheinlich schon mitbekommen haben, war ich kurz in Deutschland. Letzten Montag bin ich gelandet und am Donnerstag schon wieder geflogen. Das war nicht so geplant. Ich wusste nur, dass ich ein Flugticket bräuchte und so bin ich noch bei meiner Ankunft direkt zum Lufthansa-Schalter gegangen und habe nach Flügen gefragt. Leider sind um Weihnachten alle Flüge wahnsinnig teuer, Preise zwischen 2.000 und 4.000 Euro sind eher die Regel als die Ausnahme. So kam es, dass ich einfach darum bat mit den billigsten Flug herauszusuchen, der möglich sei. Und selbst für den habe ich fast 1.000 Euro bezahlt. Scheinbar ist Vancouver zu dieser Jahreszeit sehr beliebt, dabei liegt selbst in den Bergen noch nicht mal richtig Schnee zum Skifahren.

Naja, so kam es auf jeden Fall, dass ich mein Visum beantragen konnte und auch kurz meine Tochter gesehen habe, die gerade in Berlin war. Ansonsten habe ich aber kaum Freunde gesehen. Ich hatte mir so vorgestellt Weihnachten in Berlin zu verbringen und dann irgendwann um Neujahr herum gemütlich wieder zurückzufliegen. Aber da hatte ich die Rechnung wohl ohne den Wirt gemacht. Mein Visum habe ich noch nicht, von daher kann ich nicht sagen, ob ich dauerhaft hierbleiben kann. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Der Marc ist weg!

Der Marc ist weg und es regnet wieder! Wahrscheinlich glaubt mir niemand, dass es hier wirklich regnet, aber es tut es. Das Wochenende drauf war es kurzzeitig auch mal etwas kälter, so dass der Niederschlag als Schnee herunter kam, 40cm (15 inch) in den zwei Tagen. Leider habe ich keine Fotos davon, da meine Kamera kaputt gegangen ist (hat wohl Feuchtigkeit abbekommen), aber es sah sehr schön aus. Am Montag hatte es dann aber schon wieder getaut und es regnete weiter. Aber der nächste Sommer kommt bestimmt.