Sonntag, 3. Juni 2007

Fussball

Letztens habe ich auch wieder Fußball gespielt. Es hat richtig Spaß gemacht. Ich musste alles mit links machen, schießen, vor allem aber den Ball stoppen, weil da ja der Druck von der Beininnenseite nach außen geht, was ich vermeiden sollte. Mein rechtes Knie ist immer noch nicht in Ordnung, gerade bei solchen Belastungen. Aber wir hatten nur mit ein paar Kindern gespielt und das ging, weil ich meine Bewegungen kontrollieren konnte. Mit Erwachsenen wird es wohl immer noch nicht gehen.

Ich wollte auch Fast-pitch (Baseball) spielen. Bei mir hier im Park spielen die mindestens zweimal die Woche. Aber die Mannschaften sind alle in einer Liga und da hatte die Saison zwei Wochen zuvor angefangen, so dass sie keine neuen Spieler mehr aufnehmen durften. Es gibt noch die Möglichkeit nachträglich rein zu kommen, aber dafür muss ich ein Team finden, dass nicht vollzählig besetzt ist. Ich hätte schon Lust drauf. Zum einen muß ich mehr Sport machen, zum anderen scheint Baseball ein Sport zu sein, den ich auch machen könnte (auch wenn ich es noch nie gespielt habe) und ich würde so eventuell neue Leute kennenlernen. Vielleicht habe ich ja noch Glück, sonst muß ich bis zum nächsten Jahr warten.

Mittelerde

Derzeit bin ich ja nicht nur dabei Vancouver zu erkunden, sondern auch das Auenland und Mittelerde – zumindest mit meinem digitalem Ich als kleiner Hobbit. Wenn ich schon etwas mit Gewissheit sagen kann, dann das die Grafik und die Landschaft hervorragend ist. Das Gras neigt sich im Wind, im Wasser spiegeln sich die Hügel wieder, am Himmel ziehen die Wolken dahin und manchmal ein paar Vögel. Noch in weiter Ferne kann man Häuser und Bäume erkennen und die Leute, die das Land durchstreifen.

Bisher habe ich vor allem das Auenland erforscht, und da fällt auf, dass die Aufgaben, die man bekommt, typisch Hobbit sind. Es gibt keine großen Monster zu bekämpfen. Stattdessen muss man Kuchen austragen solange er noch frisch ist und warm ist – und das gefährliche daran: es gibt überall hungrige Nachbarn die gerne vom Kuchen naschen würden. Doch oh´weh welch schrecklicher Schicksalsschlag, die Beeren im Kuchen waren verdorben. Also wieder alle Kuchen einsammeln und zurückbringen. Bei anderen Aufgaben muss mein ein Schwein oder Schaf wieder einfangen, dass ausgerissen ist. Schade nur, dass ich irgendwann das Auenland verlassen und in die gefährliche Welt hinausziehen muss.

Der Stille Ozean

Beide meine Mitbewohner hatten letztens Geburtstag. Das musste natürlich gefeiert werden, und da mittlerweile der Sommer Einzug gehalten hatte, sind wir hinaus an den Strand gefahren.








Es ist traumhaft dort am Wasser. Zur Rechten sieht man die Skyline von Downtown Vancouver. Vor einem, auf der anderen Seite der Bucht, erheben sich die schneebedeckten Rockymountains und davor passieren die großen Frachtschiffe aus aller Welt und Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg nach Alaska. Wenn man seinen Blick nach links wendet, gibt es nichts als Wasser, so weit das Auge reicht und noch weiter bis nach Japan oder Hawaii. Man selbst sitzt mitten drin.





Das Lagerfeuer aus angeschwemmten Baumstämmen prasselt gemütlich, echte „Bratwursts“ bruzeln darin und warten darauf verspeist zu werden. Man trinkt genüsslich ein Radeberger Pilsner oder einen viel zu teuren aber leckeren Rotwein aus Beautiful British Columbia und mit etwas Glück kann man ein paar Robben vorbeischwimmen sehen. Man unterhält sich ausgelassen, während die Sonne langsam im feuerroten Pazifik versingt.

Rotkohl und Semmelknödel

Meine Mitbewohner haben mir einen deutsch-polnischen Delikatessenladen mit eigener Fleischerei gezeigt. Herrlich! Ich mag ja Chinese Food, Sushi, vietnamesiche Vermicelli und indisches Curry, aber ab und zu mal Rotkohl und Semmelknödel oder echtes deutsches Schwarzbrot ist eine wunderbare Abwechslung. Ich bin die Strecke noch nicht selbst gefahren, aber ich denke mit dem Fahrad dürfte das eine nicht allzuweite Tour sein. Ich habe dort sogar echtes Haribo entdeckt.

Es wird weiter gebloggt.

Hallo, liebe Leser.

Lange habe ich nichts mehr regelmäßig von mir hören lassen. Das war nicht umbedingt ein schlechtes Zeichen. Ich lebe noch unr mir geht es gut. Ich habe nur eine sehr stressige Zeit hinter mir. Zumindest denke ich, dass es sich jetzt wieder etwas normalisieren wird. Ich hoffe, ihr werdet auch weiterhin meinen Blog lesen. Deswegen fange ich jetzt wieder an jedes Wochenende mindestens einen Artikel zu schreiben.

Viel Spaß

Robin

Sonntag, 20. Mai 2007

I want to ride my bicycle

Nachdem der Sommer nun auch in Vancouver Einzug gehalten hat und ich mittlerweile Rückenschmerzen vom täglichen Sitzen am Computer habe, habe ich mich entschlossen mir ein Fahrrad zu kaufen.
Es sollte stabil sein und von guter Qualität und dazu billig. Nach zwei Tagen in über acht Sportgeschäften, habe ich dann ein passendes gefunde. Und es ist sogar eine Miele. Hat jedoch nichts mit den Waschmaschinen zu tun, sondern ist ein kanadischer Fahrradkonstrukteur.
Eigenartiger weise gibt es hier keine Fahrräder mit Schutzblech. Ich weiß nicht, wie das in Deutschland ist, aber hier sind die ausgestorben. Was gerade bei dem Wetter in Vancouver für mich unverständlich ist. Aber dafür haben die mir im Laden die Dinger zum Materialpreis angebaut.
Das einzige Problem ist jetzt noch, dass die hiesigen Autofahrer Radfahrer nicht gewöhnt sind und zudem extrem schlecht autofahren können. Ich bin mal gespannt, wann ich meinen ersten Unfall habe.

Dienstag, 1. Mai 2007

7. Tag Tour Guide Training

Viel zu früh ging es heute wieder los. Wir haben gleich am Morgen einen kleinen Umweg gemacht, um nicht über die große und gerade Landstraße fahren zu müssen sondern entlang einer sehr gemütlichen Strecke mit wundervoller Aussicht.

Wie jeden Tag standen wieder zwei Prä- sen- tationen von jedem auf dem Plan. Mal 16 Leute sind das 32 Vor- träge pro Tag, plus diverse Präsentationen und Tipps unserer Reiseleiterin und plus einiger ad-hoc Kommentare von uns Teilnehmern macht Summa Summarum weit mehr als ich mir alles merken kann.

Ich hätte mir natürlich auch was aufschreiben können. Aber dann hätte ich die ganze Zeit nur auf mein Blatt gestarrt anstatt hinaus in die wunderschöne Landschaft zu schauen. Fotos wären dann auch nicht gut möglich gewesen, und so habe ich mich dafür entschieden, lieber das eine oder andere nachzulesen und dafür mit offenen Augen nach draußen zu blicken.

So habe ich zum Beispiel viele Spuren von Lawinen gesehen, keine im Fall aber doch alle frisch genug, dass man gut einen Eindruck gewinnen konnte, welche Kraft dahinter stecken musste. Aber es gab auch anderen Schnee, etwa den, der sich vom Boden bis zum Dach (oder umgekehrt?) eines Hotels türmt. Hätte man nicht die Eingangstür freigeräumt, hätte ich es schwer gehabt dieses Foto von drinnen zu schießen.

Die Alternative wäre vielleicht gewesen sich ein Iglu zu bauen. Dieser Haufen ist nicht wirklich

ein Ilgu, sondern einfach nur ein Haufen Schnee, in den man in mühevoller Arbeit ein Loch hineingegraben hat. Wohnen könnte man trotzdem darin, wie man sieht, zumindest vom Platz, vielleicht weniger vom Komfort.

Den ganzen Schnee haben wir dann aber hinter uns gelassen. Die Berge rückten auseinander und der Schnee wich dem Gras und ehe wir uns versahen waren wir Okanagan Valley. Der Heimat von Obstplantagen und Weinbergen. Plötzlich war es T-Shirt-und-kurze-Hose-Wetter. Abends im Hotel hat es dann auch zur Begrüßung ein Glas Wein gegeben. Ah, das tat gut.